27.04.2018 - 00:39 Uhr

Barfuß, Turnschuhe, Golfschuhe

Als Anfänger können Sie im Schnupperkurs und auf der Driving Range problemlos in Turnschuhen zu üben. Wenn Sie dann öfter, z.B. auf öffentlichen und Kurzplätzen spielen, versuchen Sie ein Sonderangebot mit Noppen,- oder leichten Treckingschuhen finden, greifen Sie zu! Die reichen zum Anfang und sind in der Sommerhitze angenehmer zu tragen. Spikes am Golfschuh sollen bei Hanglagen, nassen Böden und schwierigem Terrain zusätzlichen Halt beim Gehen geben, aber auch den Schwung im Drehmoment stabilisieren. Beim Schlag aus Schräglagen – schwierig genug – stabilisiert ein guter Golfschuh den Stand. Aber noch ist der kraftvolle Schlag eines Profigolfers, der seine unglaubliche Wucht mit den Füßen aus der Erde zu saugen scheint, Zukunftsmusik.

Früher habe ich empfohlen, barfuß zu spielen. Golfbälle barfuß zu schlagen hilft ein gutes Balancegefühl zu entwickeln. Nick Faldo schwört darauf, barfuß zu putten. Hogan hat damit seinen Schwung stabilisiert. Barfuß spielen erdet! Leider kann ich das heute nicht mehr empfehlen, nachdem ich in einer Untersuchung gelesen habe, welche Mengen an Giftstoffen der Greenkeeper, die alte Giftnudel, im Jahr verspritzt.

Eigentlich gibt es nichts Schöneres, als an einem heißen Sommertag nach einem guten Bier noch mal in der Abendkühle neun Loch barfuß dranzuhängen, sofern Ihre Fairways aus Gras bestehen und nicht aus Klee.
Übrigens: Barfuß spielen widerspricht nicht der Etikette. Im Gegenteil: Die Besten der Golfgeschichte haben barfuß hinterm Caddyschuppen angefangen. War es nicht der frühere Präsident des Deutschen Golfverbandes Jan Brügelmann, der Carlo Knauss in einem Interview mit dem Satz zitierte: »Deutschland braucht mehr Barfußgolfer«?

Gammelige Ecco Golferschuhe

Barfußspielen können Sie manchmal noch im schottischen Hochland wagen oder als Cross-Golfer auf einer Wildwiese – auf einem modernen Golfplatz muss ich aus gesundheitlichen Gründen dringend davon abraten.

Warnen möchte ich auch vor billigen Golfschuhe mit Noppen und manchen Modellen, die sich wie Turnschuhe tragen und mit austauschbaren Softspikes ausgerüstet sind. Beide Typen geben dem Fuß nicht genug Halt und falls Ihr Heimatplatz sehr hügelig ist sind sie bei Schräglagen und nassem Wetter untauglich. Auf flachen Plätzen sind sie OK.

Diese Art Golfschuh empfehle ich dem Anfänger als preiswerte Einstiegsmöglichkeit, die er im Sommer und im Urlaub bei gutem Wetter auftragen kann. Nichts ist schlimmer als eine Regenrunde in einem Billigschuh!

Teurer ist der mit wasserdichter Membrane gefütterte Allround-Golfschuh, der mindestens zwei Jahre in der Lage sein sollte, Ihre Füße warm und trocken zu halten, auch wenn es den ganzen Tag lang regnet.
Dann gibt es noch die schweren Ledergolfschuhe mit Brandsohle, handwerkliche Meisterstücke. Die habe ich noch nicht getestet, weil ich mir Schuhe vom Leisten nicht leisten kann.

Alle Lederschuhe brauchen Fett. Ein ungeputzter Golfschuh ist nicht nur für die Augen der Mitspieler eine Schande. Er wird sich rächen, glauben Sie mir!

Scotty, in den 1980ern der Schuhputzer der European Tour, empfahl mir Golfschuhe mit Seifenwasser abzuwaschen und aufgespannt gut trocknen zu lassen, um sie dann gründlich mit Lederpflege zu behandeln. (Wobei er erst mit der jeweiligen Farbpflege grundierte und dann mit der Lederpflege nacharbeitete).

Ja, ja, damals hatte ich tatsächlich Ian Woosnams kleine Footjoy in der Hand und roch an Seves Schuhen ... (ep)

 

 

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